Der Dirigent Kai Röhrig studierte an der Kölner Musikhochschule, an der Universität Mozarteum Salzburg in der Klasse von Michael Gielen und belegte Sommerkurse bei Rolf Liebermann. Er ist Preisträger der Internationalen Stiftung Mozarteum, die ihn mit der „Bernhard-Paumgartner-Medaille“ auszeichnete. Als musikalischer Assistent war er bei den Bayreuther und den Salzburger Festspielen tätig. Als Protegé von Bernard Haitink war er beim European Union Youth Orchestra, bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden und beim Concertgebouw Orkest in Amsterdam engagiert. Mehrere Jahre lang arbeitete er als Assistent von Pierre Boulez mit verschiedenen Orchestern in Salzburg, Wien und Paris zusammen.

Nach Stationen als Kapellmeister war Kai Röhrig mehrere Jahre lang Musikdirektor des Salzburger Landestheaters. In den zehn Spielzeiten dirigierte er hier mehr als vierhundert Vorstellungen. Zu den Premieren unter seiner Leitung gehörten u.a. Produktionen von Mozarts La finta giardiniera, Benjamin Brittens Death in Venice, Salvatore Sciarrinos Luci mie traditrici sowie die international beachtete Wiederentdeckung der Oper Die schöne und getreue Ariadne von Johann Georg Conradi. Bei den Salzburger Festspielen dirigierte er im Rahmen des YSP Produktionen der Zauberflöte, der Entführung aus dem Serail sowie Vorstellungen von La Cenerentola.

Als Operndirigent trat er in den zurückliegenden Jahren u.a. an der Deutschen Oper am Rhein, an der Staatsoper Hannover, am Staatstheater am Gärtnerplatz in München, am Innsbrucker Landestheater sowie am Königlichen Opernhaus in Kairo in Erscheinung. Im Rahmen des Festivals zur Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 dirigierte er eine Produktion von Hans Werner Henzes Oper Das Wundertheater.

Konzerte führen Kai Röhrig regelmäßig ans Pult des Salzburger Mozarteum Orchesters. Gastspiele gab er in den zurückliegenden Jahren mit Orchestern wie dem koreanischen KBS-Symphony-Orchestra, dem European Union Youth Orchestra, dem Slowenischen Radio-Sinfonie-Orchester, dem Sinfonieorchester Vorarlberg, der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und der Neuen Philharmonie Westfalen. Sein Debüt in der Berliner Philharmonie gab er am Pult des Deutschen Sinfonie Orchesters. Bei seinem Debüt in der Tonhalle Zürich dirigierte er eine Uraufführung von Boris Mersson sowie die 14. Symphonie von Dmitri Schostakowitsch.

Seit Oktober 2014 ist er als Professor und musikalischer Leiter der Opernklasse an der Universität Mozarteum in Salzburg tätig und arbeitete hier bis 2020 kontinuierlich mit der Regisseurin Karoline Gruber zusammen. Am Mozarteum dirigierte er die österreichischen Erstaufführungen von Mstislav Weinbergs Lady Magnesia und von Manfred Trojahns Limonen aus Sizilien sowie eine Produktion von Le nozze di Figaro, mit der auch für ein Gastspiel nach Hangzhou in China eingeladen war. Ferner leitete er u.a. Produktionen der Fledermaus von J. Strauss, Francis Poulencs Dialogues des Carmélites und Benjamin Brittens A Midsummer Night’s Dream.

Foto-Credits: Christian Schneider