WILLKOMMEN IN DER NEUEN SPIELZEIT 2019/20

01.10.2019 | Das Department für Oper und Musiktheater der Universität Mozarteum Salzburg begrüßt alle neuen Studierenden in den Opernklassen und freut sich auf die kommende Spielzeit 2019/20.

Wir freuen uns auf die kommenden Projekte und wünschen allen Beteiligten einen guten Start ins neue Studium!

 

PROGRAMMVORSCHAU für die Spielzeit 2019/20:

19/20.1:

OWEN WINGRAVE

19/20.2:

DOPPELABEND

19/20.3:

DIE ZAUBERFLÖTE

19/20.4:

LA CLEMENZA DI TITO

   

 

Programmvorschau 19/20.1:

OWEN WINGRAVE

PREMIERE | 20. Jänner 2020

Ein Familiensitz, auf dem ein Fluch zu lasten scheint: ein Vater erschlug im Affekt seinen Sohn... Zwar versuchte die Familie den Mord zu vertuschen, den Schuldiggewordenen fand man jedoch – ebenfalls tot – in eben jenem Zimmer des Anwesens, wo die Greueltat stattgefunden hatte. Und dieses vermaledeite Zimmer wird auch Owen, dem Letzten der Wingraves, einem vielversprechenden Offiziersanwärter, zum Verhängnis. Von Skrupeln geplagt versucht dieser, gegen den militaristischen Geist seiner Familie zu opponieren und die Offizierskarriere aufzugeben - und stirbt eines mysteriösen Todes in besagtem Zimmer.
Nach der Kammeroper „The Turn of the Screw“ von 1954 greifen Benjamin Britten und seine Librettistin Myfanwy Piper ein zweites Mal die gespenstische Welt des großen viktorianischen Erzählers Henry James auf. Das Werk wird zunächst als „Fernsehoper“ konzipiert, doch nach der Erstausstrahlung am 16. Mai 1971 im 2. Programm der BBC vertrat Britten die Meinung, diese Oper könne in einem Theater eine wesentlich intensivere Wirkung erzielen. Die folgende Bühnenerstaufführung im Mai 1973 konnte er dann allerdings gesundheitsbedingt nicht mehr miterleben.

 

Programmvorschau 19/20.2

DOPPELABEND - LA CRITICA | RADAMES

PREMIERE | 29.01.2020

Hinter die Kulissen der Opernwelt führen uns die beiden Opern des heutigen Abends und finden jeweils auf der Probebühne eines Theaters statt. Niccolò Jommellis Dramma comico mit dem Titel „La critica“ aus dem Jahre 1766 gehört zu einer Reihe von Werken, die, wie etwa Mozarts „Schauspieldirektor“ einen amüsanten Blick in die Theaterpraxis der Mitte des 18. Jahrhunderts erlauben. Eine Handlung im eigentlichen Wortsinn findet nicht statt: Geprobt werden soll in Anwesenheit des Komponisten Placido und des Dichter Severino deren neue Oper, doch leider fehlt der Souffleur. Zu den Mitgliedern des Ensembles – der von allen umschwärmten Gioconda, dem Bariton Acamante und der Sopranistin Palmira – gesellen sich als Gäste die Primadonna Lesbia und der Tenor Siface. Schon im Vorfeld kommt es zu Eifersüchteleien um Gioconda, um deren Gunst Placido und Severino erbittert kämpfen, indem sie sich gegenseitig des Banausentums bezichtigen. Erschwert wird die Situation durch die Allüren der Primadonna, die sogleich abzureisen droht, wenn der Souffleur nicht erscheint. Da das Orchester auf seinen Einsatz wartet, behilft man sich mit der prima vista-Probe einiger Arien, die letztlich in einem Sängerinnen-Wettstreit zwischen Gioconda und Lesbia mündet. Zugleich geraten damit auch die Vorzüge von italienischem bzw. französischem Gesangsstil auf den Prüfstand. Gioconda, die in Zerbinetta-Manier im Verlauf der Probe allen Männern den Kopf verdreht, hat schließlich das letzte Wort.


Auch dem Komponisten Peter Eötvös war der Opernbetrieb aus seiner Zeit als junger Korrepetitor am Kölner Opernhaus bestens bekannt und er sammelte reichlich Erfahrungen. Neben seiner Karriere als Dirigent und Pädagoge gehört er heute zu den meistaufgeführten Musiktheaterkomponisten. In seiner Kammeroper „Radames“ persifliert er beklemmend eine Probe zu Verdis „Aida“ in einem von Sparmaßnahmen gezeichneten Opernhaus. Nur wenige Orchestermusiker, ein Dirigent und ein einzelner Sänger, der als Countertenor sowohl die Rolle des Radames als auch jene der Aida singen kann, stehen dafür zur Verfügung. Im Gegensatz zu den Musikern mangelt es an Regisseuren nicht, davon gibt es gleich drei. Diese verkehren das Thema „Regie“ ins Sinnfrei-Absurde.

 

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