Carmen

Georges Bizet

Sa 13.06.2015 / 17:00 Uhr / Premiere

Opéra comique in vier Akten

Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy

In französischer Sprache 

 

Mitveranstalter: Department für Bühnen- und Kostümgestaltung, Film- und Ausstellungsarchitektur

 

Programmheft

 

Pause nach dem 2. Akt


Zum Inhalt

Lastende Hitze, erbarmungslos. Carmen taucht auf und alles scheint verändert. Keiner weiß, woher sie kommt – einem wirft sie ihre Blume zu und wird ihm und sich zum Verhängnis. – Sand. Hitze. Wer in den Kreis der Arena stürmt, ist ausgeliefert.
Einer muss der tödlichen Wunde erliegen, Stier oder Matador.

Das Spiel mit dem Tod als ewiges Ritual, Eros und Thanatos fordern zum Tanz... Das Spiel ist tödlich. Es gibt keinen Gewinner, nur die Atemlosigkeit einer „amour fou“. Carmen singt und tanzt sich lebenswütig in den Tod, kompromisslos wie der, der ihr verfallen ist und sie zu besitzen sucht.

Georges Bizet, der Komponist der vieraktigen Oper „Carmen“, arbeitete mit dem erfolgreichen Librettisten-Duo Ludovic Halévy und Henri Meilhac zusammen, welches insbesondere in Kooperation mit dem Komponisten Jacques Offenbach schon zwei Jahrzehnte lang die Pariser Szene in Aufruhr versetzt hatte. Doch die Uraufführung am 3. März 1875 stieß auf große Ablehnung. Der in der damaligen Opernwelt ungekannt harte Realismus sowie die zugespitzte Dramatik des schicksalhaften Plots und seiner Musikalisierung zündeten nicht gleich beim Pariser Publikum. Bizet verstarb wenig später, verbittert über seine Niederlage, und konnte den bis heute anhaltenden immensen Erfolg seiner Oper nicht mehr miterleben.

So befand etwa der Philosoph Friedrich Nietzsche: „Ich bin nahe daran zu denken, Carmen sei die beste Oper, die es gibt... Die Musik ist böse, raffiniert, fatalistisch; sie bleibt dabei populär . . . Hier redet eine andere Sinnlichkeit, eine andere Sensibilität, eine andere Heiterkeit. Diese Musik ist heiter; aber nicht von einer französischen oder deutschen Heiterkeit. Ihre Heiterkeit ist afrikanisch; sie hat das Verhängnis über sich, ihr Glück ist kurz, plötzlich, ohne Pardon. Ich beneide Bizet darum, dass er den Mut zu dieser Sensibilität gehabt hat, die in der gebildeten Musik Europas bisher noch keine Sprache hatte.“

Vorlage für „Carmen“ war die gleichnamige Novelle von Prosper Mérimée aus dem Jahr 1845. Georges Bizet selbst hatte den Stoff 1873 für ein neues Opernprojekt vorgeschlagen, doch die Direktoren der Opéra Comique in Paris, die den Auftrag für eine neue Oper erteilt hatten, misstrauten der Idee – eine Oper im Zigeunermilieu, mit krimineller Handlung, in der die Titelheldin von einem desertierten Soldaten auf offener Bühne ermordet wird?!

Regisseur Alexander von Pfeil und der musikalische Leiter Gernot Sahler setzen in ihrer Interpretation für die Bühne der Universität Mozarteum auf die Version der Pariser Uraufführung mit gesprochenen französischen Dialogen (entgegen der später  entstandenen, sentimentalisierenden Rezitativfassung, die nicht von Bizet stammt). Mit den Ausstatterinnen Amelie Klimmeck und Lisa Nickstat (Bühnenbildklasse Henrik Ahr), der Choreographin Ruth Burmann sowie Gesangs-, Tanz-, und Schauspiel-Studierenden des Mozarteums sucht Alexander von Pfeil die schroffe, aufwühlende Wildheit der literarischen Vorlage Mérimées, die in der genialischen Umsetzung Bizets auflodert, szenisch zu revitalisieren.


Termine

Mo 15.06.2015 / 19:00 Uhr

Di 16.06.2015 / 19:00 Uhr

Do 18.06.2015 / 19:00 Uhr


Besetzung

Musikalische Leitung Gernot Sahler
Szenische Leitung Alexander von Pfeil
Ausstattung Amelie Klimmeck / Lisa Nickstat
Choreographie Ruth Burmann
Sinfonieorchester der Universität Mozarteum, Chor Musicacosì
   
Carmen So ya Almazova / Ksenia Leonidova
Don José Nutthaporn Thammathi / Hany Abdelzaher
Micaëla Min Ji Kim / Anastasia Zaytseva
Escamillo Fernando Araujo / Aron Axel Cortes
Zuniga Svyatoslav Besedin / Gunnar Nieland
Morales Rupert Grössinger / Gukchul Jung
Frasquita Jae Na Lee / Eliana Piedrahita
Mercédès Naoko Baba / Maria Hegele
Dancairo Michael Etzel
Remendado Shan Huang / Jungyun Kim
Lillas Pastia Robert Huschenbett