Le nozze di Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart

Do 08.06.2017 / 19:00 Uhr / Gastspiel in Hangzhou

Opera buffa in quattro atti

Libretto: Lorenzo da Ponte

In italienischer Originalsprache

In Zusammenarbeit mit dem Zhejiang Conservatory Orchester

 

 

ON TOUR!!!!

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Hangzhou, 03.06.2017:

Hallo CHINA!!!!! Wir sind nun endlich angekommen! Das war eine unglaubliche Reise bisher! Zuerst ein schneller Flug nach Wien, zehn Stunden nach Shanghai und dann noch drei Stunden im Bus nach Hangzhou...!

Es ist der Wahnsinn! Empfangen wurden wir von herrlichstem Traum-Bade-Wetter (30 Grad!!!) und einem traditionell-chinesischen Mittagessen. Am frühen Nachmittag haben wir eine kleine Tour durch den Zhejiang Conservatory Campus unternommen. Faszinierend! Jedes einzelne Gebäude ist einem Musikinstrument nachempfunden. Diese moderne Architektur ist pure Kunst!

Das erste Mal auf der Bühne zu stehen, hat uns schon mal einen kleinen Eindruck und ein "Feeling" für die Vorstellung verschafft.

Am Abend wurden wir dann eingeladen zu einer traditionellen chinesischen Tanz-Aufführung. Sowas haben wir NOCH NIE gesehen! Diese Energie rieß uns und das Publikum regelrecht von den Sitzen! (Naja, den Jetlag spürten wir nun auch so langsam!)

Nun wird es Zeit für's Bett! Morgen ist die erste Probe mit dem Zhejiang Conservatory Orchester!

(Reba Evans/ Cherubino)


Hangzhou, 04.06.2017:

Nach einem langen Schlaf, fühlen wir uns heute viel besser! Jetzt geht's los mit Orchesterproben. Wir gewinnen einen neuen Einblick in das Leben eines Sängers und bemühen uns, den Jetlag zu überwinden, um mit frischer Stimme singen zu können. Das Orchester besteht aus Professoren und Studenten. Es ist spannend, das Werk zum ersten Mal mit vollem Orchester zu singen und entdecken neue Farben und Impulse.

Es hat sich gelohnt, die Oper ein paar Wochen ruhen zu lassen und mit neuer Energie wieder daran zu arbeiten. 

Unsere Gastgeber sind so großzügig und lesen uns regelrecht jeden Wunsch von den Lippen ab. Wir werden bei jeder Mahlzeit mit einer riesigen Auswahl von verschieden Speisen verwöhnt.  Wir müssen wahrscheinlich zusätzliche Kilos für die Rückreise kaufen und ich meine nicht für unser Gepäck... Es ist wirklich so eine Ehre hier zu sein.  Alles hier so beeindruckend!!

Wir entdecken auch viel mehr über einander, z.B. die englischen Namen von Chi-An (Andy (by day, Candy by night)), Yu Hsuan (Martin) und Hongyu (Taichy)! 

Am Nachmittag hatten wir frei und wollten die Umgebung erkunden. Da Starbucks leider zu hatte, haben wir Bubble tea und chinesiches Gebäck probiert. Allerdings haben wir auch ein neues Mitglied in unserer Gruppe... Jaccquelin Chan (aka. Jackie Chan). Es war sehr spannend zusammen unsere Greifautomatensucht zu befriedigen... Obwohl es wahrscheinlich billiger gewesen wäre, Wendy einfach einen Kuschelhasi zu kaufen. Danach hatten wir einen Energieschub und haben zusammen auf einem öffentlichen Fitnessspielplatz trainiert. Auch wenn wir Freizeit haben, sind wir sehr brav.

(Claire Austin/ Barbarina)


Hangzhou, 05.06.2017:

Ein überraschender Tag! Die Eindrücke von heute waren besonders spannend: Esskultur, Kontakt und Theater.

Vormittag hatten wir mit Roy und Domenica eine szenische Besprechung, weil die Bühne anders ist oder man kann sagen, dass es sich anders anfühlt! Wir mussten uns neu anpassen. 

Am Nachmittag hörten wir uns ein Konzert von Hangzhous Studenten an...das dachten wir zumindest:

Aber das Konzert entpuppte sich eigentlich als ein Meisterkurs mit unserem lieben Professor Kai Röhrig!! Es war wirklich eine Überraschung, weil er auch gar nichts gewusst hat! Nach aller Verwirrung war es ein sehr schöner Kammermusik Meisterkurs. Am Abend waren wir endlich im Theater: die erste szenische Probe auf der Bühne. Wir waren alle aufgeregt! Besonders schön war, als wir das "Just Married"- Schild gesehen hatten. Viele bekannte Gefühle von zu Hause kamen auf! Nach kleinen eingewöhnenden Problemen jedoch, (weil die Bühne zu groß für unser Bühnenbild ist), ging es schon so langsam. Wir hatten viele Umstellungen, mit Requisit etc.

Also... Heute ware es nicht einfach, aber ich finde, wir werden immer besser!! Noch drei Tage bis zu unserer Aufführung und die Spannung steigt!

(Chi-An Chen/ Graf Almaviva) 


Hangzhou, 06.06.2017:

Das Frühstück war wie immer sehr gut und wir hatten wieder eine große Auswahl an verschiedenen Köstlichkeiten, unter anderem Riesen-törtchen, die gefüllt waren mit Schweinefleisch. Die Vormittagsprobe lief laut unserer jetzigen Regie Domenica besser als gedacht und so gingen wir mit einem guten Gefühl in die Mittagspause, die einige zum Erholen, oder Nachholen des Erholens nutzten, andere zum Kaffeetrinken in der nächsten Ortschaft.

Das Kaffeetrinken entpuppte sich langsam zum Souvenirshoppen und Martin (Yu Hsuan) bot sich netterweise als "Guide" an, der uns immer hilfreich übersetzte, denn mehr als "nihao" (hallo), "she she" (danke), und "ban ban" (gut gemacht) konnten wir uns bisher noch nicht wirklich merken... Nach einem sehr erfolgreichen Einkaufsbummel, der uns  am "kleinen Eifelturm" vorbeiführte, in eine riesige Einkaufshalle (wir haben Candy-Andys Zuhause gefunden ;-) ) und schlussendlich zu einem Taxistand. Schnell hatten wir uns für ein "Beng Beng" (sehr kleine Fahrzeuge) entschieden, mit dem wir dann laut hupend durch die Ortschaft zurück zur Universität gefahren wurden. Ein Erlebnis! Manchmal hatte man das Gefühl, dass der Fahrer auf der Hupe eingeschlafen war, aber es schien so, als wäre das ein freudiges "Hallo" für jeden der anderen Verkehrsteilnehmer.

Nach dem Abendessen, das wir uns zusätzlich auch einpacken durften zum essen nach der Probe, gingen wir alle frisch gestärkt in die 2.Hälfte des heutigen Probentages. Die Probe verlief soweit gut nach Plan und man stellte sich auf neue Situationen und "Gerätschaften" ein. Aus unserer Axt wurde ein kleines, handliches Tomahak und die Torte zu einem großen, rollenden Hochzeit Geschenk. Morgen haben wir dann Orchesterhauptprobe mit Kostümen und Schminke. Mal schauen, wer als erster läuft: das Orchester oder die Schminke ;-)

(Julia Leckner/ Marcellina) 


Hangzhou, 07.06.2017:

Ein Glas Grüntee, ein kleines Schälchen, Löffel, Stäbchen und eine mysteriöse weise Box. Das erwartet uns Mittags in dem extra für uns abgetrennten Bereich der Mensa. Wer jetzt glaubt, das sei normal und für jedermann, der täuscht sich. In dem Stock unter uns ist nämlich die eigentliche Mensa, und da geht's ganz anders zu... 

Man hebe nun den Deckel der Box und... "Oohh!! Aahh!! Hää?? Yu Hsaun, Chi-An, Hongyu, was ist das? Kann man das essen? " ... sind dann einige der Ausrufe und Fragen die im Raum herumschwirren. "Ja ja, das ist traditionell chinesische Speise!!", kommt dann meist von Yu Hsuan wie aus der Pistole geschossen zurück. Was gefährlich klingt, ist für uns alle ein einmaliges und köstliches Erlebnis. Unsere Gastgeber versorgen und verpflegen uns hier mit Köstlichkeiten, welche einigen von uns bis heute leider vorenthalten blieben.

Neben den besagten Boxen werden zu anderen Mahlzeit, meist Abends, im Minutentakt frische Speisen an die Tische gebracht und auf die in der Mitte des runden Tisches gelegene, sich drehende, und meistens zu kleine Glasplatte gelegt. So hat jeder die Möglichkeit problemlos von allem zu probieren. Das ist jedoch nicht ganz so einfach, den es kommt zu regelmäßigen Konflikten zwischen den Speisenden, da nicht alle mit dem Drehtempo der Platte zufrieden sind. Die eine will zur Entensuppe, der andere zum Fisch und der dritte Kürbis mit Schweinefleisch. Man sieht, wir haben hier mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, als in Salzburg. Das Essen hier schmeckt so unglaublich gut, dass wir unseren Gastgeber Jimmy Wu sehr bald gefragt haben, ob man denn auch die Rezepte für die Köstlichkeiten bekommen könnte.

Mit einem verschmitzten Lächeln und den Händen in der Hosentasche hat er geantwortet: "Wissen Sie, hier bei uns, unsere Köchinnen und Köche haben keine Rezepte. Wenn Sie Ihn fragen wieviel Öl er für etwas verwendet, wird er sagen, "also ungefähr soviel". Und wenn Sie dann wissen wollen wieviel genau, wird er Ihnen keine Antwort geben können. Es wird alles nach Gefühl und Erfahrung gekocht. Dazu kommt, dass sich das chinesische Essen nach 4 Maßstäben zusammensetzt: 1) Aussehen, Farbenreichtum 2) Geruch 3) Geschmack 4) Art und Form des servierens.." 

Diese kleine Geschichte können wir nur all zu gut nachvollziehen, denn was wir jeden Tag serviert bekommen, ist so reich an verschiedenen Farben, Gerüchen und Formen, dass wir aus dem Staunen nicht herauskommen. Vor dem Essen werden immer die Smartphones gezückt, und wenn es nicht auch noch so lecker wäre, würden wir einfach die Mittags- und Abendszeit damit verbringen zu schauen, zu riechen und zu raten, was denn da nun heute wieder auf unseren Tellern gelandet ist. 

(Philipp Kranjc/ Figaro)


Hangzhou, 08.06.2017, PREMIERE:

Heute war der Tag der großen Heirat: Gary (Figaro) und Susy (Susanna) gaben sich in Hangzhou, China, das Ja-Wort.

Zu Beginn von diesem herrlichen Tag, machten wir uns in die Stadt auf, um ein paar Premieren-Geschenke zu kaufen. Als wir einen kleinen Tee-Laden gefunden hatten, haben wir uns kurz etwas aus den Augen verloren... Der Laden hatte wunderschöne Tee-Boxen und als wir erfahren haben, dass eine Tee-Box lediglich 5 Yuan (0,40 Euro) kostet, sind wir regelrecht ausgeflippt. Gegenseitig fragten wir uns: "Hast du das schon gesehen? Und das? Das ist doch so wunderschön! Oh,... ich will das auch haben!" Die Ladenbesitzer werden sowas wie uns vorher noch nicht gesehen haben. Geradzu lächelnd beobachteten sie uns bei unseren Schmöckerein und Sammeln von neuen Boxen. Am Schluss hatten wir 22 Boxen auf der Ladentheke.

Während dem Mittagessen bekamen wir zwei tolle Nachrichten: Erstens; die Vorstellung wird gefilmt mit fünf professionellen Kameras und darauß entsteht dann eine DVD. Und die Aufnahme wird irgendwann im TV in Hangzhou laufen. Zweitens: Uns wurde gesagt, dass das gesamte Haus KOMPLETT ausverkauft ist. Alle Tickets weg! Zusätzlich sollte auch noch angeblich der Staatsminister im Auditorium sitzen. Keine Frage: wir waren aufgeregt!!!

Als das Orchester am Abend begann, spürten wir erst, dass das alles real ist und gerade wirklich passiert. Für das Publikum war der Einstieg in das Stück etwas schwierig, aber so langsam kamen alle rein in Mozarts Meisterwerk und in die Inszenierung. Vor allem das "Reagieren" des Publikums auf unser Spiel wurde von Szene zu Szene besser: Sie lachten herzhaft und wir merkten, dass unser Tun gut ankommt. Der Applaus war überwältigend. Chi-An wurde gerade bei den Frauen unglaublich verehrt. Eine große Gruppe Mädchen stürmte nach der Vorstellung auf die Bühne, um Fotos mit ihm zu machen. Und wir anderen haben auch eine schnelle Anhängerschaft im Publikum gefunden, die uns mit Selfies und viel Glückwünschen überhäuften. Wir fühlten uns sehr geehrt für diese Bewunderung.

Das bisherige Fazit: Nach einer anstrengenden Probenphase und Jetlag kann man jedoch ganz klar sagen: Es war anstrengend, aber absolut lohnenswert. Das Ergebnis und die Resonanz großartig. Die Aufführung war so besonders. Es war ein Genuss diesen Abend auf der Bühne mit meinem Mozarteum und den Kollegen des Zhejiang Colleagues erleben zu dürfen. BRAVI TUTTI!!!!!

(Wendy Krikken/ Susanna)

 


 

Hangzhou, 09.06.2017

Der Tag nach der Hochzeit!

Mit unserem "Figarmobil" geht es heute Richtung Stadtzentrum Hangzhou! Nach einer chinesischen Busfahrt, die aus vielem Hupen, schneiden anderer Verkehrsteilnehmer und waghalsigen Überholkommandos besteht, erreichen wir unsere erste Station: "Seide-Museum". Dort bestaunten wir die bunten und zum Teil 1400 Jahre alten Kleidungsstücke aus Seide und die Geschichte über die Ausbreitung der Seide in der damaligen ganzen Welt über die Seidenstraße. Im Anschluss an diesen Einblick schauten wir noch kurz in den Seidenshop, in dem man Hemden für 120€ und Kleider in unermeßlichen Kategorien kaufen hätte können, dafür jedoch hatten wir alle zu wenig Geld und der Tag hatte ja noch nicht mal richtig begonnen. Unserer nächster kurzer Stop war in einem alten Teil von Hangzhou(Hanzhou-Soncheng) auf einem Markt mit Seidenkleidungsstücken, Essen(wie an so vielen Straßen), Souvenirshops, sowie Süßigkeiten- und Teeshops.

Nach einem Mittagssnack zu dem uns Jimmy eingeladen hat fuhren wir weiter zu einem Teemuseum in der Nähe vom Western Lake. Beim Aussteigen fiel uns sofort die auffällig grüne und mit fielen Bäumen gespickte Vegetation auf. Auch die Luftfeuchtigkeit war extrem hoch, sodass man das Gefühl hatte man wäre in einem Schildkrötenhaus eines Zoos gelandet. Während wir uns dem Museum näherten hatten wir die Gelegenheit die Felder um das Museum zu bewundern auf denen Tee angebaut wird.

Im Teemuseum erwartete uns eine englischsprachige Führung über die Geschichte des Tees in China. Am Anfang nur als Medizin eingesetzt, erlebte der Tee schnell eine Beliebtheit als Getränk zum täglichen Verzehr.

Nach einigen Informationen durften wir nun auch 4 verschiedene Teesorten probieren:

Grün-, Schwarz-, Jasmin-, und Oulong-Tee.

Dies geschah innerhalb einer Teezeremonie, die von einer Frau gehalten wurde, die uns alles genau erläuterte. Auch mit den chinesische Teefiguren, die sich bei Kontakt mit heißem Wasser verfärben oder an irgendeiner Stelle des Körpers dieses "verlieren ", hatten wir viel Spaß! Nachdem unsere Gruppe den gesamten Teevorrat des Teeshops für dieses Jahr aufgekauft hatte fuhren wir mit unserem Bus direkt an den Western Lake.

Dieser zwischen grünen Wäldern, Hügeln und einer beeindruckenden Skyline gelegene See stellt ein Einzigartiges Phänomen in China dar.

Er liegt inmitten von einem grünen Paradies und ist doch inzwischen vollkommen von der Stadt Hangzhou eingeschlossen.

Mit dem Schiff erkundeten wir den ursprünglich als Militärstützpunkt gedachten See genauer. Nach einer weiteren Busfahrt, die mal wieder zeigte wie spontan Künstler sein müssen für Umkleide- und Vorbereitungsaktionen während der Fahrt erreichten wir das Hotel am Western Lake (Si-Hu) in dem sämtliche Regierungsmitglieder verschiedener Staaten im G-20 Gipfel 2016 empfangen wurden!!! Das war ein Empfang wie für Abgeordnete! Essen im Überfluss von der höchsten Qualität!!! 

- Steak mit Reiscookies gefüllt mit chinesischem Salat

- Lou-Fisch (Western Lake) 

- Pökelfisch mit süßer Sojasoße

- Chinesische Pilz und Hühnerfleisch Suppe

- Longingtee mit Hühnerfleisch Suppe

 ...um nur einige zu nennen

Dazu gab es chinesischen Reiswein im Überfluss, mit dem wir mit dem Präsidenten des Zhejiang Konservatoriums angestoßen haben und das gefühlt alle 5 Minuten! Wir wurden kulinarisch verwöhnt, genossen den Sonnenuntergang am Western Lake von jenem Hotel aus und  wurden nochmal für unseren gestrigen künstlerischen Einsatz gelobt! Als Abschiedsgeschenk und Dankeschön überreichte uns Mr. President echte chinesische Seidenschals und Elisabeth überreichte nach einer Dank- und Lobansprache von Kai ein Facsimile von der kleinen Nachtmusik von W.A. Mozart im Namen der Universität Mozarteum.

Die Verabschiedung war sehr herzlich und wir fuhren zügig zurück zum Zhejiang Konservatorium.

Es war ein wahnsinnig abwechslungsreicher und besonderer Tag für uns!!!

 "A tutti contenti"

Doch nun müssen wir noch unsere Koffer packen, denn morgen erwartet uns ein letzter mit Überraschungen gefüllter Tag!

 (Jakob Hoffmann/Bartolo+Antonio und Yu Hsuan Cheng/Basilio+Curzio)


Shanghai, 10.06.2017:

Unseren letzten Tag verbrachten wir in Shanghai. Zum Mittagessen haben wir ein Restaurant gefunden, dass ein riesengroßes Buffet zu bieten hatte. (Natürlich traditionell-chinesische Küche!). Die Vielfalt konnte jeden Geschmack bedienen. Danach haben wir den berühmten "Taoisten Tempel" (über 600 Jahre alt!) von Shanghai angeschaut. Die Chinesen kommen an diesen Ort, um für Liebe, gesundes Leben und Glück zu beten. Wir besuchten auch noch den privaten Yu-Garten. Dieser Garten ist so groß und so wunderschön, dass man kaum fassen kann, dass das alles nur einer Person gehört. Und nach all der Entspannung und Glückseeligkeit, begann in uns wieder die Kauflust! Ein riesiges Angebot gabe es. (Der Taoisten-Garten liegt nämlich gleich neben einem großen Einkaufszentrum!) Auch hierbei gab es verschiedene Geschmäcker. Ich habe als "Tour-Guide" kurzer Hand die Verhandlungen über Preise und Anschaffung beraten können und fühlte mich als "Beschützer", da in unserer Gruppe kaum jemand die Sprache sprechen kann.

Nach dem Einkaufen ging es wieder zum Essen. Danach waren wir Zeugen einer riesigen Lichtshow in der Stadt. Es war der Hammer! Die Farbenspielerein und der herrliche Sonnenuntergang waren bezaubernd, regelrecht romantisch.

Nun sind wir alle am Shanghai Airport. Bereit wieder zurück zu fliegen. Zurück nach Salzburg. Es fühlt sich alles wie ein Traum an. Gefühlt sind wir doch erst in China angekommen und ich bin noch wie berauscht von dieser Reise. Ein unvergesslicher Trip für alle! Ich fühle mich besonders geehrt meinen Freunden und Kollegen die chinesische Kultur etwas näher gebracht zu haben: Sei es die Esskultur, die Sprache, kulturelle Gepflogenheiten oder auch historische Sehenswürdigkeiten. Das schönste und eindruckvollste Souvenir ist vielleicht der Gedanke, dass wir an einem Ort an dem man nicht so viel mit klassischer Oper zu tun hat, eine Oper aufführen durften. Meine Eltern kamen sogar extra aus HeNan nach Hangzhou, um mich das erst Mal auf der Opernbühne zu erleben. Ich denke, wir haben bewiesen, dass Oper alles andere als langweilig ist. Ich erinnere mich gerne an die Vorstellung zurück, als wir das Publikum gut unterhalten konnten, sie über unsere Witze lachten und danach sogar Selfies mit uns machen wollten. 

Ich bin wahnsinnig stolz darauf ein Teil des Ensembles gewesen sein zu dürfen. Wir sind nach dieser Reise eine wirklich vertraute Gemeinschaaft und fühlen uns fast wie eine Familie. Zum Schluss muss ich noch etwas los werden: Das ist mein letztes Semester am Mozarteum gewesen und ich bin so stolz und froh darüber, für jede Erfahrung, die ich machen dürfte. Es fühlt sich wie eine "Vorab-Abschluss-Reise". Es ist ein gutes Gefühl mit solch einer Reise meine Studienzeit abzuschließen. Ich wünsche von ganzem Herzen meiner Figaro-Familie alles Liebe und Beste für die Zukunft! Natürlich gibt es auch schwierige Phasen im Leben, aber es kommen auch die schönen Momente wieder! Das Leben wartet auf uns! Und es fängt gerade erst an! Ich liebe euch! Alles Liebe!

(Hongyu Cui/ Gräfin Rosina)


Salzburg, 13.06.2017:

Einen Tag sind wir schon wieder zurück in Salzburg und obwohl wir nur eine relativ kurze Zeit in China waren, vermissen wir das stete Zusammensein unsrer kleinen Familie und - wenn wir ehrlich sind - auch die Sonderbehandlung die wir dort erfahren durften (wieso macht sich mein Frühstück nicht von selbst?).
Wir haben viel gesehen und erfahren in einem für die meisten unbekannten Land; doch durch diese neuen Erfahrungen sehe ich jetzt auch Europa mit anderen Augen und werde von nun an mein geliebtes Mozarteum noch mehr schätzen.

Ich bin nicht als Sängerin mitgefahren, sondern  als Inspizientin, Maskenbildnerin, als Kostüm- und Regieassistenz, kurzum „Mädchen für Alles“ und noch dazu als Packesel für die Requisiten (inkl. eines goldenen Glitzervorhangs... wahrscheinlich made in China).
Durch diese Aufgaben hatte ich viel Kontakt zu den Professoren und Verantwortlichen vor Ort und konnte auch die Unterschiede in der Arbeitsweise erleben.

Da wir die erste Opernproduktion in diesem riesigen Theater sein durften gab es hier auch kein so perfekt aufeinander abgestimmtes Team wie in Salzburg. Die Bühnenarbeiter und Techniker mussten viel mehr einiges von uns zuerst gezeigt und erklärt bekommen (liebe Techniker ich hab euch soooo vermisst!!!). Jedoch waren alle sehr sehr hilfsbereit und bemüht. Ich habe zum Beispiel einmal nach buntem Tape gefragt, um die Position der Möbel für die Bühnenarbeiter markieren zu können, „vielleicht rot, oder gelb“. Das hatten sie leider nicht und so standen sie da und haben mir Kreppband mit Filzstift rot angemalt...

Als weitere Schwierigkeit kam dazu, dass unser Besuch sehr spontan war. Innerhalb von zwei Wochen, wurde alles geplant und organisiert. Um eine Torte zu bauen, in der sich mehrere Akteure während der Oper auch verstecken können, war die Zeit zu knapp. Roy hatte dann die geniale Idee die Torte in ein überdimensionales Geschenk umzuwandeln. In Roys und meinem Kopf blieb es aber immer die Torte und wir sprachen mit unseren Chinesischen Kollegen solange vom „Cake“ bis diese das übernahmen (ob sie im Hotel Sacher jetzt dem ein Geschenk mit Schlag bestellen würden...?). Susanna durfte nun auch statt die Torte anzuschneiden ein Geschenk auspacken (richtig erfreut über den nigelnagelneuen Topf als Hochzeitsgeschenk hat sie aber nicht gewirkt!).
Viele Requisiten haben wir aus Salzburg mitgenommen, da die Probenzeit in China kurz war, und wir befürchteten nicht schnell genug alles kaufen zu können. Vieles organisierten uns aber auch die Leute vor Ort. Trotzdem waren viele Requisiten erst zur Generalprobe da. Unsere Sänger waren aber sehr flexibel und spielten mit dem Vorhandenem oder suchten sich Ersatz. So bedrohte Conte seine Contessa während den Proben nicht mit seinem Jagdgewehr sondern mit einem Besen (Geh aus dem Weg, oder ich mach dich sauber!). Auch waren keine Monitore an den Seiten der Bühne vorhanden, damit die Sänger auch beim Spielen den Dirigenten sahen. Genauso wenig hatte ich ein Headset um die Lichtsignale geben zu können. ABER: Ungeachtet aller Sprach- und technischen Schwierigkeiten, der Kürze der Zeit und dass wir einfach die erste Oper in diesem Haus spielten, war unsere Vorstellung ein Erfolg!!! Das Publikum war voll dabei und hat sowohl über den Witz von da Pontes Texten gelacht als auch über das Spiel auf der Bühne. Unser Pendant zu Susannas Rosenarie, das „Rosenduett“ bei dem Susanna und Marcelina mit Besen und Rosen bewaffnet auf einander los gehen, wurde genauso begeistert aufgenommen, wie Contes genüsslicher Brunftschrei nach seinem als Schattenspiel zu sehendem Bad (einigen Mädchen im Publikum wurde dabei wohl ganz schwindelig im Kopf).

Unsere chinesischen Freunde haben sicher viele Impulse von uns und unserer Arbeit und vor allem durch die Arbeit mit Professor Röhrig bekommen.
Auf dem Weg zu einem Meeting sprach einer der Professoren mit mir darüber wie glücklich diese und die kommende Generation sei, dass diese Lehrer hätten, die selbst Erfahrungen in Europa sammeln konnten. Dieser neue Gedanke, dass meine geliebte Musik in meiner eigenen Tradition liegt, erfüllte mich mit Demut.
Einen kurzer Blick auf die reiche chinesische Tradition konnten wir dagegen erhaschen, als wir an einer Teezeremonie teilnehmen durften. Unser bunter, gerne auch lauter Haufen von 15 Leuten wurde dabei ganz ruhig und wir schöpften Kraft, durch die ritualisierten Gesten, die herrlichen Gerüche und das spürbar Jahrhunderte alte Brauchtum, zu dem wir eingeladen wurden.

Wir haben viel gesehen, gehört und geschmeckt. Wir werden noch lange von diesen Eindrücken zehren und immer gerne daran zurückdenken. Ich bin froh, dass ihr alle 14 dabei wart und wir soviel Spaß neben der intensiven Arbeit miteinander hatten. DANKE!!!

(Domenica Radlmaier/ Regieassistenz)